Jeden Abend hatten wir dank Biwaksack die Freiheit, uns in dieser verlassenen Gegend einen Schlafplatz unter freiem Sternenhimmel zu suchen. Doch zuvor mussten einige Höhenmeter in unwegsamem Gelände zurückgelegt werden. Auch die großen Rucksäcke stellten hierbei keine Hilfe dar.
Als wir nach drei Tagen in einer Biwakschachtel übernachten wollten, trafen wir unglücklicherweise zum ersten Mal andere Menschen, zwei Italiener, mit denen wir dann zu siebt ein kleines Vierer-Biwak teilen mussten. Am nächsten Morgen standen wir im idyllischen Sonnenaufgang auf und mussten aufgrund der schlechten Wegverhältnisse durch Erosion einen weiten Umweg über einen Gletscher auf den höchsten Punkt unserer Tour, den Pass “Colle di Ciardoney” mit 3152m Höhe in Kauf nehmen. Von dort stiegen wir über zwei Tage wieder in die Zivilisation ab und entschieden einstimmig ans Meer zu fahren.
Da wir auch dort nicht nur am Strand liegen, sondern auch klettern wollten, kam uns sofort Finale an der Ligurischen Küste in den Sinn. Dort angekommen waren wir plötzlich mit dem Massentourismus konfrontiert, der im krassen Gegensatz zu unseren letzten Tagen stand. Nach einer vergeblichen Suche nach einem freien Campingplatz nächtigten wir in einem Olivenhain und entspannten uns am Strand.
In den nächsten Tagen stand ein Mix aus Sportklettern, Shopping in Kletterläden, Eis essen und gemütlichem Baden am Strand auf dem Programm. Das sehr bekannte Klettergebiet hat unsere Erwartungen übertroffen und überraschte uns mit einer Vielzahl an abwechslungsreichen Routen in griffigem Fels. Trotz der enormen Wärme fanden wir einige schattige Routen in der “Grotta del Edera”, am Rocco Orea und an der Steilküste direkt über dem Meer. Durch Rissverschneidungen, riesige Überhänge und Klettern direkt über der Wasseroberfläche war für jeden Geschmack das passende dabei.