Mai Ausfahrt - Valle Maggia - Klettern, Sonne, Hängematte :-)

Am 9. Mai 2024 war der lang ersehnte Tag endlich gekommen. Aber es war nicht irgendein Tag, sondern ein ganz besonderer, der für viele unserer Kletterer*innen einen wichtigen Meilenstein darstellte.

Um 6.45 Uhr trafen sich die Advance Cliff und ihre Jugendleiter auf dem Parkplatz des AMG Ettlingen, um über das lange Wochenende zu einem Kurztrip in das Schweizer Tessin aufzubrechen. Hier sollte es für große Teile unserer Gruppe zum ersten Mal in die Mehrseillänge gehen. Das wunderschöne und von viel Sonne bestimmte Wetter, welches über die gesamte Fahrt anhalten sollte, zeigte sich bereits auf der von Stau geplagten Schweizer Autobahn, sodass einige Adavance Cliff, im bis unter die Decke vollgepackten Stadtmobil, bereits gut geröstet wurden. Nach einer langen Anreise erreichten wir endlich das von uns anvisierte Ziel: den Campingplatz TCS Camping in Gordevio im Valle Maggia. Das Tal liegt in der Nähe des Lago Maggiore.

Dort angekommen widmeten wir uns der Herausforderung eines jeden Campers: dem Zeltaufbau. Als Gruppe konnten wir diese jedoch gut meistern, sodass noch genügend Zeit blieb, um an dem 20 min.  entfernten Kletterfelsen noch einige Routen mit Einseillänge zu bewältigen. Fortführend zauberten wir uns auf unserem kleinen Gaskocherherd ein Abendessen, wobei es sich um Nudeln mit Tomatensoße handelte; kulinarisch hohe Campingküche eben.

Am Freitag war der lang ersehnte Tag endlich gekommen und es sollte in die Mehrseillänge gehen. Bei tollstem Sonnenschein machten wir uns wieder auf den Weg zum Felsen vom Vortag. Hier fanden wir uns zu drei 2er und einer 3er Seilschaft zusammen, so wie wir es auch schon in den Kletterstunde zusammen trainiert hatten. Wir starteten alle gemeinsam in verschiedenen Routen, welche alle zum Berggipfel führten. In den Routen waren den Advance Cliff gleichermaßen die Freude über das Erreichen dieses Meilensteins, aber auch eine hohe Konzentration, aufgrund dieser neuen aufregenden Erfahrung, von den Gesichtern abzulesen.  Nachdem sich viele auf den Standplätzen bereits in der Route begegnet waren, trafen wir alle glücklich auf dem Gipfel des Berges zusammen. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto traten wir den Abstieg über den Wanderweg an. Ein Abseilen war also nicht notwendig. Über den Nachmittag wurden noch eine weitere Mehrseillänge beklettert, manche versuchten sich aber auch an technisch anspruchsvolleren Einseillängen. Nachdem man am späten Nachmittag aufgrund der Hitze auf den schwarzen Felsen allerdings bereits Spiegeleier braten konnte, traten wir den Rückweg zum Campingplatz an. Um sich etwas abzukühlen, machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz-eigenen Pool. Zum Abendessen gab es danach dann ein selbstgekochtes Curry. Nach einer Handyladesession in der Campingplatzküche machten wir uns schlussendlich auf den Weg in Richtung Schlafsack.

Den nächsten Morgen starteten wir mit einem nahrhaften Müslifrühstück. Gemeinsam wurde entschieden einen etwas ferner gelegenen Kletterfelsen anzusteuern, den wir nach längerem Zustieg erreichten. Verteilt über mehrere Ebenen gab es hier eine breite Auswahl an vielen Ein- als auch Mehrseillängenrouten, welche uns zum Teil mehr forderten und deutlich mehr in die Höhe gingen. Zwei aus unserer Gruppe wollten hoch hinaus zum Gipfel über mehrere Seillängen. Nach 2/3 der Wand wurde es ihnen allerdings zu hoch. So beschlossen sie wieder umzudrehen und sich zurück zur Gruppe abzuseilen. Einige der Gruppenteilnehmer verbachten den Nachmittag aufgrund der brütenden Hitze lieber im Schatten in der Hängematte. Zurück am Campingplatz kühlten wir uns in der naheliegenden Bergfluss, der Maggia, ab. Das Wasser war zwar eiskalt, jedoch konnten wir uns in der Sonne schnell wieder aufwärmen. Als unsere Mägen anfingen zu knurren, machten wir uns schnell das typische Campingessen: “Dosenravioli”. Dabei schauten wir noch bis spät in die Nacht das Finale des ESC. Am nächsten Morgen stand die Abfahrt an. Nun hieß es: Zelte trocknen, von Insekten befreien und zusammenräumen. Als alles abgebaut war, haben wir das Stadtmobil wieder bis unters Dach vollgeladen. Der Fels vom Vortag gefiel uns so gut, dass wir noch einmal zum Abschied dort klettern gingen. Allerdings reichte es nur noch für einige Einseillängen bei diesmal erträglichen Temperaturen. Da wir schon ahnten, dass uns beim Gotthard ein langer Stau blühte, stiegen wir zeitig ab und traten, nach einem ausgiebigen Vesper, die Heimreise an. Allerdings hatte dabei niemand mit 5 Stunden im Stau stehen gerechnet, weshalb wir erst spät in der Nacht ankommen sollten. Dadurch hatten wir mehr als genug Zeit diesen Bericht zu verfassen. In der Hoffnung, dass euch dieser gefallen hat, blicken wir auf ein schönes gemeinsames langes Wochenende zurück.

 

Text: Finn, David, Paul, Isa

Bilder: Isa